Dienstag, 16 Juli 2019

Zitate&Gedichte

Brief eines Welpen




An Herrchen und Frauchen !

Mein Leben dauert 10 -16 Jahre.
Jede Trennung von Dir wird für mich Leiden bedeuten.
Bedenke es, eh Du mich anschaffst.

Gib mir Zeit zu verstehen was Du von mir verlangst.
Pflanze Vertrauen in mir - ich lebe davon.

Zürne mir nie zu lange und sperre mich zur Strafe nicht ein!
Du hast Deine Arbeit, Dein Vergnügen, Deine Freunde -
Ich habe nur Dich.

Sprich viel mit mir.
Wenn ich auch Deine Worte nicht so ganz verstehe,
so doch die Stimme, die sich an mich wendet.

Wisse, wie immer an mir gehandelt wird -
ich vergesse es nie.

Bedenke eh Du mich schlägst,dass mein Kiefer
mit Leichtigkeit die Knöchelchen Deiner Hand zerquetschen könnten,
dass ich aber nie Gebrauch davon machen werde.

Ehe Du mit mir schillst, bedenke,
vielleicht plagt mich ein ungeeignetes Futter,
vielleicht war ich zu lange den Unbilden des Wetters ausgesetzt,
oder ich habe ein verbrauchtes Herz.

Kümmere Dich um mich, wenn ich alt werde -
auch Du wirst einmal alt werden.

Geh jeden schweren Gang mit mir.
Sag nie
,, Ich kann sowas nicht sehn."

ALLES IST LEICHTER FÜR MICH MIT DIR!!!!!!!!!!!!!!!



Wie konntest du nur?

Als ich noch ein Welpe war,
unterhielt ich Dich mit meinen Possen und brachte Dich zum Lachen.

Du nanntest mich Dein Kind,
und trotz einer Anzahl durchgekauter Schuhe und so manchem abgeschlachteten Sofakissen wurde ich Dein bester Freund.
Immer wenn ich "böse" war, erhobst Du Deinen Finger und fragtest mich
"Wie konntest Du nur?" -
aber dann gabst Du nach und drehtest mich auf den Rücken,
um mir den Bauch zu kraulen.

Mit meiner Stubenreinheit dauerte es ein bisschen länger als erwartet,
denn Du warst furchtbar beschäftigt,
aber zusammen bekamen wir das in den Griff.

Ich erinnere mich an jene Nächte,in denen ich mich im Bett an Dich kuschelte
und Du mir Deine Geheimnisse und Träume anvertrautest,
und ich glaubte, das Leben könnte nicht schöner sein.

Gemeinsam machten wir lange Spaziergänge im Park,
drehten Runden mit dem Auto, holten uns Eis
(ich bekam immer nur die Waffel, denn "Eiskrem ist schlecht für Hunde",sagtest Du),
und ich döste stundenlang in der Sonne,
während ich auf Deine abendliche Rückkehr wartete.

Allmählich fingst Du an, mehr Zeit mit Arbeit und Deiner Karriere zu verbringen
und auch damit, Dir einen menschlichen Gefährten zu suchen.
Ich wartete geduldig auf Dich,
tröstete Dich über Liebeskummer und Enttäuschungen hinweg,
tadelte Dich niemals wegen schlechter Entscheidungen
und überschlug mich vor Freude,
wenn Du heimkamst
und als Du Dich verliebtest.

Sie, jetzt Deine Frau, ist kein "Hundemensch"
trotzdem hieß ich sie in unserem Heim willkommen
versuchte ihr meine Zuneigung zu zeigen und gehorchte ihr.
Ich war glücklich, weil Du glücklich warst.
Dann kamen die Menschenbabies,
und ich teilte Deine Aufregung darüber.
Ich war fasziniert von ihrer rosa Haut und ihrem Geruch
und wollte sie genauso bemuttern.
Nur dass Du und Deine Frau Angst hattet, ich könnte ihnen wehtun,
und so verbrachte ich die meiste Zeit verbannt in einem anderen Zimmer
oder in meiner Hütte.

Als sie aber grösser waren, wurde ich ihr Freund.
Sie krallten sich in meinem Fell fest,
zogen sich daran hoch auf wackligen Beinchen,
pieksten ihre Finger in meine Augen
, inspizierten meine Ohren und gaben mir Küsse auf die Nase.
Ich liebte alles an ihnen und ihre Berührung
denn Deine Berührung war jetzt so selten geworden
und ich hätte sie mit meinem Leben verteidigt,
wenn es nötig gewesen wäre.

Ich kroch heimlich in ihre Betten, hörte ihren Sorgen und Träumen zu,
und gemeinsam warteten wir auf das Geräusch Deines Wagens in der Auffahrt.
Es gab einmal eine Zeit, da zogst Du auf die Frage,
ob Du einen Hund hättest,
ein Foto von mir aus der Brieftasche und erzähltest Geschichten über mich.
In den letzten Jahren hast Du nur noch mit "Ja" geantwortet und das Thema gewechselt.
Ich hatte mich von "
Deinem Hund" in "nur einen Hund" verwandelt,
und jede Ausgabe für mich wurde Dir
zum Dorn im Auge.

Jetzt hast Du eine neue Berufsmöglichkeit in einer anderen Stadt,
und Du und sie werdet in eine Wohnung ziehen,
in der Haustiere nicht gestattet sind.
Du hast die richtige Wahl für "Deine" Familie getroffen,
aber es gab einmal eine Zeit, da war ich
Deine einzige Familie.

Ich freute mich über die Autofahrt, bis wir am Tierheim ankamen.
Es roch nach Hunden und Katzen, nach Angst, nach Hoffnungslosigkeit.
Du fülltest die Formulare aus und sagtest
"Ich weiss, Sie werden ein gutes Zuhause für sie finden".
Mit einem Achselzucken warfen sie Dir einen gequälten Blick zu.
Sie wissen, was einen Hund oder eine Katze in "mittleren" Jahren erwartet
auch mit "Stammbaum".
Du musstest Deinem Sohn jeden Finger einzeln vom Halsband lösen,
als er schrie "Nein, Papa, bitte! Sie dürfen mir meinen Hund nicht wegnehmen!"
Und ich machte mir Sorgen um ihn und um die Lektionen,
die Du ihm gerade beigebracht hattest: über Freundschaft und Loyalität,
über Liebe und Verantwortung, und über Respekt vor allem Leben.
Zum Abschied hast Du mir den Kopf getätschelt,
meine Augen vermieden und höflich auf das Halsband und die Leine verzichtet.
Du hattest einen Termin einzuhalten,
und nun habe ich auch einen.

Nachdem Du fort warst, sagten die beiden netten Damen,
Du hättest wahrscheinlich schon seit Monaten von dem bevorstehenden Umzug gewusst und nichts unternommen, um ein gutes Zuhause für mich zu finden.
Sie schüttelten den Kopf und fragten
"Wie konnte er nur?".

Sie kümmern sich um uns hier im Tierheim so gut es eben geht.
Natürlich werden wir gefüttert,
aber ich habe meinen Appetit schon vor Tagen verloren.
Anfangs rannte ich immer vor ans Gitter, sobald jemand an meinen Käfig kam,
in der Hoffnung, das seiest Du
dass Du Deine Meinung geändert hättest
dass all dies nur ein schlimmer Traum gewesen sei... oder ich hoffte,
dass es zumindest jemand wäre, der Interesse an mir hätte und mich retten könnte.
Als ich einsah, dass ich nichts aufzubieten hatte
gegen das vergnügte Um-Aufmerksamkeit-Heischen unbeschwerter Welpen,
ahnungslos gegenüber ihrem eigenen Schicksal,
zog ich mich in eine ferne Ecke zurück und wartete.

Ich hörte ihre Schritte als sie am Ende des Tages kam, um mich zu holen,
und trottete hinter ihr her den Gang entlang zu einem abgelegenen Raum.
Ein angenehm ruhiger Raum. Sie hob mich auf den Tisch
und kraulte meine Ohren und sagte mir, es sei alles in Ordnung.
Mein Herz pochte vor Aufregung, was jetzt wohl geschehen würde,
aber da war auch ein Gefühl der Erleichterung.
Für den Gefangenen der Liebe war die Zeit abgelaufen.
Meiner Natur gemäss war ich aber eher um sie besorgt.
Ihre Aufgabe lastet schwer auf ihr, und das fühlte ich,
genauso wie ich jede Deiner Stimmungen erfühlen konnte.

Behutsam legte sie den Stauschlauch an meiner Vorderpfote an,
während eine Träne über ihre Wange floss.
Ich leckte ihre Hand, um sie zu trösten,
genauso wie ich Dich vor vielen Jahren getröstet hatte.
Mit geübtem Griff führte sie die Nadel in meine Vene ein.
Als ich den Einstich fühlte und spürte, wie die kühle Flüssigkeit durch meinen Körper lief, wurde ich schläfrig und legte mich hin, blickte in ihre gütigen Augen und flüsterte
"Wie konntest Du nur?"

Vielleicht verstand sie die Hundesprache und sagte deshalb
"Es tut mir ja so leid".
Sie umarmte mich und beeilte sich mir zu erklären,
es sei ihre Aufgabe dafür zu sorgen, dass ich bald an einem besseren Ort wäre,
wo ich weder ignoriert noch missbraucht noch ausgesetzt werden könnte
oder auf mich alleine gestellt wäre -
einem Ort der Liebe und des Lichts, vollkommen anders als dieser irdische Ort.
Und mit meiner letzten Kraft versuchte ich ihr mit einem Klopfen meines Schwanzes zu verstehen zu geben, dass mein
"Wie konntest Du nur?"
nicht ihr galt.
Du warst es, mein geliebtes Herrchen, an den ich dachte.
Ich werde für immer an Dich denken und auf Dich warten.

Möge Dir ein jeder in Deinem Leben so viel Loyalität zeigen.


"Wie konntest Du nur?"

"How Could You?"

Copyright Jim Willis 2001

 



Zitate

"Die Größe einer Nation und ihr moralischer Fortschritt können danach beurteilt werden, wie sie ihre Tiere behandelt."
Mathama Gandhi

"Grausamkeit gegen Tiere ist eines der kennzeichnendsten Laster eines unedlen und niedrigen Volkes."
Alexander von Humboldt

"Hunde haben alle guten Eigenschaften des Menschen,
ohne gleichzeitig ihre Fehler zu besitzen."
Friedrich der Grosse

"Je mehr ich von den Menschen sehe, um so lieber habe ich meinen Hund."
Friedrich der Grosse

"Woran sollte man sich von der endlosen Verstellung, Falschheit und Heimtücke der Menschheit erholen, wenn die Hunde nicht wären, in deren ehrliches Gesicht man ohne Misstrauen schauen kann?"
Arthur Schopenhauer

"Man kann auch ohne Hunde leben - aber es lohnt sich nicht."
Heinz Rühmann

"Keine Beleidigung würde mich so hart treffen,
wie ein misstrauischer Blick von einem meiner Hunde."
James Gardner

"Der Hund ist das einzige Wesen auf Erden, das dich mehr liebt als sich selbst."
Josh Billings

Solange Menschen denken, dass Tiere nicht fühlen,
müssen Tiere fühlen, dass Menschen nicht denken!
Verfasser unbekannt

"Freude an einem Hund haben Sie erst,
wenn Sie nicht versuchen, aus ihm einen halben Menschen zu machen.
Ziehen Sie statt dessen doch einmal die Möglichkeit in Betracht,
selbst zu einem halben Hund zu werden."
Edward Hoagland

"Der Hund konnte den Menschen nur selten auf seine Verstandsebene ziehen,
aber letzendlich zog der Mensch ihn auf seine hinunter."
James G. Thurber

"Es gibt keine Treue, die nicht schon gebrochen wurde,
ausgenommen die eines wahrhaft treuen Hundes."
Konrad Lorenz

"Viele, die ihr ganzes Leben auf die Liebe verwendeten,
können uns weniger über sie sagen,
als ein Kind, das gestern seinen Hund verloren hat."
Thornton Wilder

"Die Achtung vor der Eigenart des Tieres ist die Grundlage für eine Freundschaft mit ihm."
Alfred Buckowitz

"Wir schenken unseren Hunden ein klein wenig Liebe und Zeit.
Dafür geben sie uns restlos alles, was sie zu bieten haben.
Es ist zweifellos das beste Geschäft, das der Mensch je gemacht hat."
Roger Callas




Und hier ist ein Testament eines Hundes:

Heute bin ich gestorben.

Ihr habt genug von mir gehabt.
Ihr habt mich in ein Tierheim gebracht. Es war überfüllt.

Wahrscheinlich bin ich unter einem unglücklichen Stern geboren.
Jetzt liege ich in einem schwarzen Plastiksack.
Mein Halsband, das zu klein war und auch schmutzig,
hat die Frau, die mich über die Brücke zum Regenbogen geschickt hat, abgenommen.
Das und die kaum benutzte Leine, die Ihr hier gelassen habt,
wird ein anderer Welpe bekommen.

Hätte es sein können, dass ich immer noch bei Euch zu Hause wäre,
wenn ich den Schuh nicht zerkaut hätte ?

Ich wußte nur, dass es Leder ist, es lag vor mir auf dem Boden.
Ich wollte nur spielen.
Ihr habt vergessen, Hundespielzeug zu kaufen.

Meine Nase in das, was ich gemacht hatte, zu tunken,
machte mir nur ein schlechtes Gewissen, daß ich mich überhaupt lösen mußte.
Es gibt Bücher und Ausbilder, die euch erklärt hätten, wie ihr mir beibringt, zur Tür zu gehen.

Wäre ich immer noch zu Hause, wenn ich kein Flöhe in euer Heim gebracht hätte?
Ohne Anti-Floh-Behandlung konnte ich sie nicht loswerden,
auch wenn ihr mich für Tage im Hof gelassen habt.

Wäre ich noch zu Hause, wenn ich nicht gebellt hätte?
Ich habe nur gesagt:
"Ich habe Angst, ich bin einsam, ich bin hier, ich bin hier!
Ich möchte euer bester Freund sein"

Wäre ich immer noch zu Hause, wenn ihr euch die Zeit genommen hättet,
euch um mich zu kümmern und wenn Ihr mich gelehrt hättet, mich richtig zu benehmen?

Wäre ich noch zu Hause, wenn ich euch glücklich gemacht hätte?
Aber wenn Ihr mich schlagt, wie kann ich Euch da erfreuen ?

Nach der ersten Woche habt Ihr keine Zeit mehr für mich gefunden,
aber ich habe all die Zeit damit verbracht, auf eure Liebe zu warten.

Heute bin ich gestorben.



 

Die Regenbogenbrücke

Es gibt einen Ort, der Regenbogenbrücke genannt wird.
Dieser verbindet Erdeund Himmel.
Verläßt uns ein geliebtes Tier, geht es an diesen ganz besonderen Ort.
Dort gibt es grüne Wiesen und Hügel für all unsere geliebten Freunde.
Dort spielen und toben sie zusammen.
Es gibt reichlich zu essen und zu trinken.
Die Sonne scheint, und es ist angenehm warm. Sie fühlen sich wohl.

All die kranken, verstümmelten, verletzten oder alten Tiere sind wiederjung, gesund und stark,
gerade so, wie wir uns an sie in unseren Träumen vonvergangen Tagen erinnern.
Sie sind fröhlich und zufrieden, bis auf eine kleine Sache:
Jedes vermisst jemand ganz Besonderen, der nicht bei ihm ist.

Alle rennen und spielen zusammen.
Aber es kommt ein Tag, an dem eines plötzlich inne hält und in die Ferne schaut.
Sein Körper bebt. Es löst sich von der Gruppe. Es fängt an zu laufen.
Seine Beine tragen es schneller und schneller
Seine Augen glänzen vor Freude und es rennt immer schneller und schneller.

Dein Freund hat dich entdeckt,
und wenn ihr euch endlich wieder trefft, seid ihr glücklich vereint, um niemals wieder getrennt zu werden. Glückliche Küsse bedecken Dein Gesicht, deine Hände streichen über den geliebten Kopf deines Tieres.
Du siehst wieder und wieder in die treuen Augen deines Freundes, der so lange aus deinem Leben,
aber nie aus deinem Herzen, verschwunden war.

Gemeinsam überquert ihr nun die Brücke...